Rettungshunde aus Klingenthal - Vorstellung, Eigenschaften und Fähigkeiten von Rettungshunden
Wie schon unter der Rettungshundearbeit erwähnt, gibt es in Klingenthal momentan 2 ausgebildete und geprüfte Rettungshunde. Das ist der Labrador Retriever Rüde “Chicco” (links) und die Border Collie Hündin “Flynn” (rechts).


Chicco
Chicco ist ein schwarzer Labrador. Er wurde am 14.04.2003 geboren und hat mit 1 ½ Jahren die Ausbildung zum Rettungshund begonnen. Chicco ist bereits zum 2ten mal erfolgreich in der Fläche (Flächensuchhund) geprüft und hat im April 2009 erfolgreich die Trümmerprüfung absolviert.
Schon als Welpe besuchten wir im Sport- und Gebrauchshundeverein Neustadt / Vogtland die Welpenspielstunde, da eine gute Sozialisierung der Grundstein für eine gute weitere Ausbildung ist. Bereits mit 15 Monaten absolvierte er erfolgreich die Begleithundeprüfung. Parallel zu den Unterordnungsübungen trainierten wir im Bereich Agility und konnten bei vielen Turnieren gute Plätze belegen.
Flynn
Flynn (vom Sonnenland) wurde am 05.01.2002 geboren. Die Border Collie Hündin begann ihre Ausbildung in der BRK (Bayrisches Rotes Kreuz) Rettungshundestaffel Hof / Saale bereits im Welpenalter. Das vielseitige und abwechslungsreiche Training (2 mal wöchentlich) fordert und fördert selbst einen schnell lernenden Border Collie. Mit 1 ½ Jahren legte Flynn ihre erste Flächenprüfung ab. Seit dieser Zeit konnte Flynn ihr Können bei vielen Suchen nach vermissten Personen unter Beweis stellen.
Auch Flynn hat wie Chicco im April 2009 die Trümmerprüfung erfolgreich bestanden. Somit sind nun beide Hunde auch geprüfte Trümmersuchhunde!
Die Ausbildung
Chicco und Flynn mussten eine anspruchsvolle Grundausbildung auf ihrem Weg zum Rettungshund absolvieren. Dazu gehörten unter anderem verschiedene Lehrgänge wie zum Beispiel ein Lawinen-Suchhund-Lehrgang im Allgäu oder verschiedene Trümmerlehrgänge in der Schweiz. Um die Einsatzfähigkeit aufrecht zu erhalten besuchen wir das wöchentliche Training mit Höhepunkten wie zum Beispiel Suchübungen in der Nacht oder Orientierungsläufe mit Karte, Kompass und Navigationsgerät.
Besondere Highlights im Staffelalltag waren das Fahren auf Bayerns größtem Riesenrad, Fahren mit dem Motorboot der DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft) und diverse Abseilübungen aus großer Höhe.
Voraussetzung für die Rettungshundeausbildung
Ideal ist eine mittlere Größe (Schulterhöhe zwischen 40 bis 60 cm) und mittleres Gewicht des erwachsenen Hundes, wobei Rasse und Geschlecht eigentlich egal sind. Der Hund muss gesund sein und eine gute körperliche Leistungsfähigkeit und Ausdauer mitbringen. Zu Beginn der Ausbildung sollte er zwischen 10 Wochen und maximal 5 Jahren alt sein.
Besonders wichtig und grundlegend für eine erfolgreiche Ausbildung sind ein ausgeprägter Spiel- und Beutetrieb sowie Wesensfestigkeit aber auch Freundlichkeit und Vertrauen gegenüber dem Menschen. Ebenso sollte der Hund eine gewisse Robustheit mitbringen, auch eine Gleichgültigkeit gegenüber lästigen bzw. unangenehmen Umwelteinflüssen.
Das Verhältnis zwischen dem Hund und seinem Hundeführer sollte geprägt sein von gegenseitigem Vertrauen, Zuneigung und Achtung. Ohne eine Bindung zwischen Hund und Hundeführer ist an Rettungshundearbeit nicht zu denken.
Warum gerade Labrador und Border Collie?
Grundsätzlich ist für die Rettungshundearbeit jede Rasse geeignet. Neben gewissen körperlichen Vorzügen bietet jede Rasse auch besondere Charaktereigenschaften, die für die Rettungshundearbeit mehr oder minder geeignet sind. So trifft man zum Beispiel im Vielseitigkeitssport / Schutzdienst besonders auf Deutsche Schäferhunde, im Agility auf leichte und schnelle Rassen wie Border Collie und im Obedience (Hohe Schule der Unterordnung) auf besonders lernfähige Belgische Schäferhunde.
In der BRK Rettungshundestaffel Hof sind die verschiedensten Rassen vertreten: Deutscher Jagdterrier, Parson Jack Russell, Belgischer Schäferhund, Border Collie, Labrador Retriever, Golden Retriever, Hovawart, Berner Sennen, Bloodhound und Bleu de Gascogne…
Der Labrador zählt zu den Jagdhunden und wird zum Apportieren der Beute (Enten, Hasen) eingesetzt. Im Hundesport hat er ein vielseitiges Einsatzgebiet. Lernfreude und ständiger Bewegungsdrang treiben ihn an. Neben dem “will to please” und “will to work” (Arbeitseifer und Arbeitswille) schätzt man in der Rettungshundearbeit vor allem das selbstständige Arbeiten der “Labies”.
Der Border Collie ist ein Hütehund, er ist sehr intelligent mit enormen Arbeitseifer. Der Border lernt sehr schnell, manchmal zu schnell, somit können sich auch schlechte Angewohnheiten schnell festsetzen.
Flynn stammt aus Hessen, ihre Mutter durfte täglich die Kühe zur und von der Weide treiben, deshalb hat auch Flynn “die Macht des Auges”. Sie hat also den natürlichen Hütetrieb, der dem Border angeboren ist. Ohne dass Flynn jemals an einer Herde Schafe gearbeitet hat, hat sie ihre Aufgabe bei einem Hüteseminar super gelöst und die Schafe “geführt”.